Meine Zeit mit meinen Freunden...

Wenn du noch nie in so einer Situation warst nenne diese Menschen lieber nicht deine Freunde, du er kennst sie erst dann“, meinte einmal mein Onkel zu mir.

Ich gebe zu ich bin kein sehr offener Mensch wenn es darum geht über meine innersten Gefühle zu reden. Ich habe nie großartig mit meinen Freunden darüber gesprochen wenn ich für jemanden geschwärmt habe oder mich etwas ernsthaft traurig gestimmt hatte. Ich war für alle immer nur die immer fröhliche Bunny, zu der man geht wenn es einem gerade scheiße geht und man etwas Aufmunterung brauchte. Ich gebe zu ich bin kein absoluter Engel und habe auch eine Menge Fehler gemacht. Aber wenn es hart auf hart kam war ich immer für meine Freunde da. Ich muss auch zugeben das ich ziemlich froh über meine Fehler bin sonst wäre ich niemals der Mensch geworden der ich heute bin und würde über viele Dinge vermutlich viel zu voreilig urteilen.

Ich beginne mal mit M. Sie war immer ein sehr direkter Mensch und wirkte auf viele Menschen vermutlich viel zu frech, aber im Grunde hat sie einen sehr guten Kern. M hat nur leider ein sehr großes Ego gehabt und hat es geliebt der Mittelpunkt aller Jungs zu sein. Ich muss neidlos anerkennen das sie eine wirklich hübsche Person ist und auch viele Verehrer hatte, nur leider ist ihr dies zu sehr zu Kopf gestiegen und im Nachhinein habe ich von vielen ihrer Exfreunde zu hören bekommen, dass sie mit ihrem Verhalten und der großen Klappe oft sehr kindisch wirkte.

Ich fand es nicht sonderlich Schlimm das sie so umgarnt wurde, jedoch konnte sie es wiederrum nicht besonders gut haben wenn eine andere von uns mal begehrter bei einem Jungen war. Ich konnte mir dann oft genug anhören, dass sie nicht versteht wie Jungs auf so dürre Weiber stehen können oder hat generell unangenehme Situationen durch undurchdachte Sprüche geschaffen. Ich war ihr nie wirklich böse, klar hat es mich verletzt, aber im Endeffekt wusste ich, dass sie es nie böse gemeint hat. Es gab auch einmal die Situation in der sie weinen musste als sie von uns mit diesem Verhalten konfrontiert wurde. Wie gesagt ich wusste das sie kein Monster war, nur wusste ich nicht mit welchen Selbstzweifeln ich gekämpft hatte. Zwar dachten immer alle ich sei glücklich, aber wenn ich mich zuhause im Spiegel betrachtete war ich mehr als unzufrieden. Ich fand meinen Körperbau selber viel zu dünn und zierlich. Zudem habe ich blasse Haut die (zumindest damals) nur minimal braun wurde im Sommer, egal wie oft und viel ich draußen war. Ich hasste meine Sommersprossen (heute kann ich sie wenigstens akzeptieren) und ins besondere im Sommer wenn sie erst richtig zur Geltung kamen fand ich mein Gesicht schrecklich. Das Schlimmste für mich war jedoch mein Bauchnabel, der durch meinen Nabelbruch als Neugeborenes vernarbt ist. Ich habe mich nie getraut einen Bikini zu tragen deswegen. Im Nachhinein sind das natürlich alles völlig belanglose Kleinigkeiten über die ich hätte drüber stehen müssen, aber als pubertierender Teenager ist so etwas nun mal leider der Weltuntergang und wenn dann von einer guten Freundin auch immer solche Seitenhiebe kommen tut es natürlich unheimlich weh. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass sie damit ihr eigenes Selbstwertgefühl aufpolieren wollte. Ich persönlich fand, dass sie eine wirklich schöne Figur hatte, nur wirkte sie neben einer zierlichen Person wie mir natürlich etwas dicker.

 

Die nächste Freundin die mich sehr geprägt hatte ist L. L ist ein unheimlich extremer Charakter. Sie wollte immer zwanghaft von allen Bewundert werden und in allem die Beste sein. Insbesondere in Kunst, Deutsch und Englisch konnte sie es gar nicht leiden, wenn eine andere Person mehr gelobt wurde als sie. Sie hat sich auch prinzipiell wegen jeder noch so banalen Kleinigkeit mit den Lehrern anlegen müssen und hat arge Besitzansprüche an ihren Schwarm gestellt. Jedes Mädchen das dieser im Auge hatte wurde als hässlich und nicht gut genug abgestempelt und war solange Zentrum ihres Gespötts, bis sie nicht mehr aktuell war. Sie musste auch immer mit allen Mitteln ihre Meinung durchsetzen. Selbst wenn es darum ging, dass jemand von uns ein Lied angemacht hat, welches ihr nicht gefallen hat, hat sie solange rumgemeckert, bis wir ein neues angeschaltet haben. Wir haben uns wirklich oft gestritten, trotzdem haben wir uns bis zu einem Bestimmten Punkt immer wieder aufs Neue Vertragen und unheimlich viel Spaß gehabt. Und teilweise war sie mir immer eine sehr gute Freundin gewesen. Die erste wirklich große Wände meiner Zuneigung ereignete sich, als ich für eine Woche krankgeschrieben wurde. Sie hatte mir versprochen mir Lernmaterial für eine Arbeit vorbei zu bringen, da wir eine Arbeit geschrieben hatten und ich wichtigen Unterrichtsstoff dafür verpasst hatte. Natürlich kam sie nicht vorbei. Alternativ trafen wir uns kurz vor einem Arzttermin, sie wollte selber etwas von mir haben, ich hatte meinen Teil dabei. Sie nicht. Ich hab es ihr wirklich übel genommen, da ich sie immer besucht habe wenn sie mal längere Zeit krank war und habe sie mit Lernstoff und Bücher, die sie lesen wollte, versorgt. Letzten Endes wurde mir ihr Machtgehabe aber einfach zu viel. Sie fing an ein Mädchen aus der Klasse wirklich zu mobben, weil diese mit ihrem Schwarm zusammen war. L hat sich jahrelang von ihm ausnutzen lassen und wollte es auch nicht einsehen das er nicht gut für sie war. Stattdessen verstieß sie lieber eine ihrer Freundinnen. Auch wenn ich froh bin das wir nicht mehr befreundet sind, bin ich doch froh über die Zeit die wir hatten und ich würde sie auch nicht missen wollen. Außerdem habe ich dank ihr auch ein ganz anderes Feingefühl bekommen was mobbing angeht.

Die letzte Person die ich als Prägung ansehen würde ist S. Oberflächlich betrachtet sind S und ich uns unheimlich ähnlich. Wir haben den gleichen Humor, die gleichen Hobbys und unheimlich viel Spaß wenn wir zusammen treffen, vorausgesetzt sie ist gerade single.

Was soll ich sagen beruflich würde ich ihr nicht vertrauen, sie dachte schon in unserer gemeinsamen Schulzeit nur an ihren eigenen Erfolg. Sie hat ähnlich wie L, anderen keine bessere Note gegönnt. Sie ist generell ein sehr ich bezogener und egoistischer Mensch. Als kleines Beispiel: wir waren Zelten und ich hab sie gefragt ob sie eine Jacke für mich hätte, da ich meine leider vergessen hatte. Ihre Antwort war, dass sie nur diese eine dabei hätte. Am nächsten hatte sie jedoch eine andere an. Ich konnte mir nur vorstellen, dass sie ihren Freund nicht aus den Augen lassen wollte. Zur Beziehung muss ich eines sagen. Sie muss wirklich der absolute Mittelpunkt ihres Freundes sein. Sie will immer dabei sein egal was er vorhat. Sie hat sogar schon mal mit einer Trennung gedroht wenn ihr damaliger Freund eine bestimmte Ausbildungsstelle angenommen hätte, weil in diesem Betrieb ein Mädchen gearbeitet hat, welches in ihren Freund verliebt war. Sie hat sich nur noch bei mir gemeldet wenn sie Beziehungsprobleme hatte und wenn wir zusammen weg waren, hat sie irgendwann angefangen zu weinen, wenn ihr Freund mal kurz weggegangen ist ein anderes Mädchen getroffen hat. Was soll ich sagen, ich hatte sie immer wirklich gern, aber habe ihr Prinzessinnen gehabe nicht dauerhaft ausgehalten. Selbst zu ihren Eltern wurde sie teilweise wirklich respektlos wenn sie ihren Willen nicht bekommen hat. Andererseits hatte ich auch unheimlichen Respekt vor ihr. Sie war mal stark übergewichtig und hat alles abtrainiert. Leider hat sie dadurch immer noch mit starken Selbstzweifeln zu kämpfen.

 

Das sind eigentlich die drei Freunde in meinem Leben die ich bis jetzt hatte, denen ich unheimlich dankbar dafür bin das sie dazu beigetragen haben mich zu dem Menschen zu formen der ich jetzt bin. Ich überdenke jetzt mein Handeln viel mehr und fühle mich viel mehr in andere Menschen hinein, bevor ich sie verletzten könnte.

16.7.16 00:32, kommentieren

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Meine Schulzeit...

Ich darf mich eigentlich nicht beschweren. Ich bin in einem Dorf aufgewachsen und meine Realschule war glücklicherweise in der Nähe meines Wohnhauses, ebenso kamen meine Klassenkameraden größtenteils aus unserem Dorf und wir konnten uns immer nach der Schule treffen. In der Grundschule war ich unheimlich schüchtern, jedoch konnte meine Klassenlehrerin mich nicht leiden. Ich war eine kleine Träumerin das gebe ich zu, aber dafür eine kleine Grundschülerin regelrecht zu mobben ist doch maßlos übertrieben. Ich weiß noch, dass ich eines Tages mit vierzig Grad Fieber Zuhause im Bett lag und wir eine Arbeit geschrieben haben. Laut meiner Mutter wollte ich aus eigenem Willen unbedingt wieder zur Schule am nächsten Tag, obwohl ich nicht richtig fit war. Als ich in der Schule ankam, hat mich meine Lehrerin natürlich direkt nachschreiben lassen. Was ich im Grunde auch vollkommen verständlich fand, jedoch hat sie mir noch vorgeworden ich hätte geschwänzt. Im ernst, als 8 oder 9 Jährige hatte ich noch keine Ahnung was schwänzen überhaupt bedeutet. Jedenfalls saß ich nach der Schule weinend zuhause und meine Mutter hatte ein ernsthaftes Gespräch mit meiner Lehrerin. Ab diesem Zeitpunkt wurde sie auch etwas netter zu mir. Ebenfalls fällt mir die Situation ein, in der mir unheimlich schlecht war und ich Angst hatte der besagten Lehrerin Bescheid zu geben, als Resultat habe ich mich auf meinem Schulbuch übergeben. Aber hey immerhin hat sie mir geglaubt das ich wirklich krank war und ich durfte nach Hause gehen ohne Gemurre.

Auf meiner Realschule gab es ebenfalls einen Lehrer der mich nicht besonders mochte. Er hat mir regelmäßig gesagt ich solle froh sein wenn ich überhaupt die Schule schaffe. Man muss dazu sagen er hatte mich nur in einem einzigen Fach und das war leider Physik. Ja ich gebe zu ich bin eine Physikniete.

Laut meiner Mutter meinte er direkt am ersten Lehrersprechtag nachdem er mich vielleicht vier Unterrichtseinheiten lang hatte, ich sei ja das genaue Gegenteil von meiner Schwester, er könnte gar nicht verstehen wie so etwas angehen kann. Ich weiß nicht ob der gute Herr keine Geschwister hatte, aber jeder normale Mensch sollte nachvollziehen können, dass man nicht der gleiche Mensch ist, selbst eineiige Zwillinge sind nicht komplett gleich. Leider war allgemein Bekannt das der Lehrer ein ernsthaftes Alkoholproblem hatte aufgrund eines schweren Schicksalsschlags in seiner Vergangenheit und so riss ich mich jedes Mal zusammen und empfand nur Mitleid. Ich habe mich nur immer wieder aufs Neue gefragt was um Himmelswillen an mir so verdammt unausstehlich war. Insbesondere die ältere Lehrergeneration konnte mich nicht sonderlich gut leiden. Mit wirklich jedem jüngeren Lehrer kam hervorragend zurecht. Ich war früher eine wirklich ruhige Schülerin, habe mich aber auch gelegentlich gemeldet wenn ich etwas wusste. Ich habe keinen Ärger verursacht und meine Hausaufgaben normalerweise pünktlich fertig erledigt.

Mit der Zeit, vielleicht lag es jedoch auch am Alter und der Pubertät, wurde ich dann doch immer geschwätziger im Unterricht und hatte bei einigen Lehrern (insbesondere meinen „netten“ Physiklehrer) wenig bis gar keine Lust mehr mich zu beteiligen. Ich sagte mir immer, dass es sowieso keinen Sinn hätte, da ich eh nicht dran genommen werde wenn ich etwas weiß, aber aufgefordert werde etwas zu sagen wenn ich die Antwort wiederum nicht kenne. Ich verlor ganz einfach die Motivation in bestimmten Fächern. Komischerweise hatte ich aber im letzten Schuljahr eine neue Physiklehrerin und blühte wieder regelrecht auf in diesem Fach, was sich auch in meiner Note wiederspiegelte. Ich kann euch nur Raten lasst euch niemals von einem Lehrer einreden, dass ihr zu dumm seid Als ich hinterher noch einen höheren Schulabschluss auf einer Wirtschaftsschule absolvierte, muss ich ehrlich sagen, von der Motivation und dem Umgang her war das die schönste Schulzeit die ich hatte. Der Unterricht war praxisnah und die Lehrer um einiges freundlicher und motivierter.

15.7.16 23:11, kommentieren